Leserbrief (zu Artikel in der Tageszeitung vom Freitag, den 23.04.2010/Peter Nindler, Seite 4)
Es wird wieder über Streitigkeiten berichtet und auf dem ersten Blick scheinen sich Nord- und Südtiroler Schützen zu zerfetzen.Die Öffentlichkeit könnte ein schlechtes Bild von den Schützen erhalten, würde sie diesen Streit nicht differenzieren.Es sind nicht die Schützen selbst, die sich in endlosen Streitereien befinden, sondern es sind nur einige wenige Proponenten, die diesen Streit seit Jahren immer wieder anzünden. Ich will hier nicht in Details eingehen, aber eines ist nicht zu Leugnen, im Zentrum des Streits taucht immer eine Name auf, der Name Sarnthein. Herr Sarnthein ist zwar bis April 2011 der Kommandant des Nordtiroler Schützenbundes, aber diese Person ist sicher nicht repräsentativ für die vielen Tausenden Schützen, die sich jahraus - jahrein friedlich für die Gesellschaft einbringen. Sehr viele Nordtiroler Schützen zeigen Verständnis für die schwierige politische Lage in Südtirol. Und es gibt ein Zeitfenster: April 2011, der Abgang von Sarnthein. Die Bundesleitung sollte dieses Fenster bereits am Sonntag als Chance für den Dialog mit unseren Süd-Tiroler Schützen Kammeraden wahrnehmen.
Mit freundlichen Grüßen
Alois Wechselberger, MAS.
Andreas Hofer Str. 3
A 6130 Schwaz in Tirol
Geschätzter Oberjäger Engelbert Kaneider !
Mit großer Verwunderung habe ich heute ihren Lesebrief "Fähigkeiten des Schützenkommandanten" gelesen. Ihr gutes Verhältnis zu Major Otto von Sarnthein ist ihre private Angelegenheit und ist zu respektieren. Wie sie aber über ihre Südtiroler Schützenkameraden urteilen, das ist zu hinterfragen. Sie haben den typischen Standpunkt leider vieler Nord-Ostiroler Schützen. Die Schützen in diesen Landesteilen mußten nie um ihre Identität kämpfen, wurden nie verboten, wurden nie wegen des hissen einer Tiroler Fahne eingesperrt usw.- und haben vor allen nicht ein 55 Millionvolk (Italiener) hinter sich, das nur eines kennen, die deutsch und ladinisch sprechendeBevölkerung in Südtirol zu assimilieren (Aufgehen im fremden Volkstum). Wenn dies auch heute nicht mehr so gewalttätig wie unter den Faschisten (auch zeitweise im demokratischen Italien) geschieht, so ist es doch ein schleichender Prozeß, gegen den der Südtiroler Schützenbund, mit wenig Unterstützung seitens des Bundes der Tiroler Schütze, kämpft. Die Nord-Osttiroler Schützen waren und sind es noch immer, frei. Die Südtiroler Schützen werden fremdbestimmt und sind daher gezwungen mit ganz anderen Mitteln sich zu behaupten als ihre Nord-Osttiroler Kameraden. Leider wird dieser Kampf um den Erhalt der eigenen Identität von den Schützenkameraden in Nord- Osttirol viel zuwenig berücksichtigt und kaum respektiert. (Es gibt natürlich rühmliche Ausnahmen, manche tun dies in Lesebriefen kund). Maßgeben für den Südtiroler Schützenbund in seinem Wirken und Tun ist nicht der Beifall gewisser Politiker (die die Einheit Tirols nicht wollen und die die Schützen mit unüberlegten Äußerungen beleidigen), sondern die eigene Überzeugung, die Pflicht und das Gewissen.
Zu ihrer Frage - wo zum Kuckuck gibt es in Nordtirol "Alt-Tiroler" Schützen. Alttirol bezeichnet man das Tirol vor 1918 (vor der gewaltsamen Zerreißung - auch gefürstete Grafschaft Tirol genannt) mit dem Welsch- Ost- Nord- und Südtirol. Also gehörte das jetzige Nordtirol auch zu "Alt-Tyrol" und für jeden aufrechten Tiroler Patrioten isch Tirol lei oans Diese Überzeugung ist bereits vielen Nord-Osttirolern, auch vielen Schützen verloren gegangen. Über die Gründung einer diesbezüglichen Schützenkompanie, deren Mitglieder aus allen diesen Landesteilen kommen, kann ein jeder denken wie er will. Man wird aber diese Kompanie in einer Demokratie nicht verhindern können.
Mit dem Wunsch, Nord- Osttiroler Schützen möchten sich mehr mit dem gesellschaftspolitischen Problemen ihrer Südtiroler Kameraden befassen, damit sie zu einer vernünftigeren Beurteilung kommten, grüßt Ing. Winfried Matuella Schriftführer des Andreas Hofer - Bundes Tirol
Alexander Kirchler, 6300 Wörgl
Mit Entschiedenheit darf ich den Angriff des Herrn Objg. Kaneider gegenüber den Alt-Tyroler-Schützen zurückweisen. Wo in ganz Tirol gibt es bereits eine Schützenkompanie, in dessen Reihen junge, sympathische in die Zukunft gerichtete Menschen vertreten sind? Die Alt-Tyroler-Schützen handeln Staatsgrenzen überschreitend, sie stehen über der Parteipolitik und über den Volksgruppen. Wo in Tirol gibt es eine Kompanie, wo deutsch-,. ladinisch- und italienischsprachige Kameraden Schulter an Schulter marschieren? Der Mann aus Flaurling befindet mit der Verwendung des Begriffes“ ewig Gestrige“ auf tiefen, besonders für einen Schützen, schäbigen Niveau. Die Alt-Trioler Schützen sind weit mehr als ein „Flokloretruppe“ á la Sarnthein, sie verstehen sich als Teil einer friedlichen, demokratischen Pro-Tirol-Bewegung. Wir werden uns in unsere Liebe zur Heimat nicht durch Hass und Verleumdung stoppen lassen.
Wir wissen wo und für wem unser Herz schlägt!




